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Leitlinie-DGK

Leitlinien zur Herzschrittmachertherapie

Literaturnachweis: Zeitschrift für Kardiologie, Band 94, Heft 10
Z Kardiol: 94:704-720 (2005)

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Autoren

B. Lemke · B. Nowak · D. Pfeiffer

Zusammenfassung

Die vorliegenden „Leitlinien zur Herzschrittmachertherapie“ sind eine Überarbeitung und Weiterentwicklung der zuletzt 1996 erschienenen Empfehlungen. Hierin wurde der „2002 Guideline Update for Implantation of Cardiac Pacemakers and Antiarrhythmia Devices“ des American College of Cardiology (ACC), American Heart Association (AHA) und North American Society for Pacing and Electrophysiology, berücksichtigt.

Eine symptomatische Bradykardie impliziert in der Regel eine Schrittmachertherapie. Bei der Indikationsstellung ist vor allem die Frage zu stellen, ob die Symptomatik wirklich in kausalem Zusammenhang mit der dokumentierten oder vermuteten Bradykardie steht. Dabei ist auszuschließen, dass der Zustand passager ist (Ischämie, Medikamentenintoxikation, Elektrolytentgleisung, entzündliche Herzerkrankung, Sepsis) und durch temporäre Stimulation und/oder Absetzen einer verzichtbaren chronotropen/dromotropen Medikation beseitigt werden kann.

Bei der Indikationsstellung zur Schrittmacherimplantation muss oft neben der jeweiligen Rhythmusstörung eine etwaige kardiale Grunderkrankung und hier insbesondere eine Einschränkung der linksventrikulären Pumpfunktion beachtet werden. Bei diesen Patienten wird die Indikation zur Schrittmachertherapie meist früher gestellt und findet bei den jeweiligen Indikationsgruppen entsprechende Erwähnung.

Diese Leitlinien beziehen sich auf den adäquaten Einsatz von Herzschrittmachern und nicht auf die allgemeine Behandlung von Rhythmusstörungen. Eine Klasse-I-Indikation für eine Schrittmacherimplantation schließt daher nicht aus, dass alternative Behandlungsmöglichkeiten existieren. Differenzialdiagnostisch sind andere kardiale und nichtkardiale Ursachen wie insbesondere tachykarde Rhythmusstörungen, neurologische Erkrankungen und ein Schlafapnoesyndrom auszuschließen.