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Positionspapier zur Qualitätssicherung in der invasiven Kardiologie: Sind Mindestmengen bei perkutaner Koronarangioplastie evidenzbasiert?

Literaturnachweis: Zeitschrift für Kardiologie, Band 93, Heft 10
Z Kardiol 93:829-833 (2004)

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Autoren

A. Vogt · A. Albrecht · G. Breithardt · R. Brennecke · T. Fetsch · C.W. Hamm · M. Haude · C. Leuner · S. Schneider · S. Silber · U. Zeymer

Zusammenfassung

Nach dem allgemeinen Prinzip des „Übung macht den Meister“ erscheint es plausibel, dass zwischen der Häufigkeit einer ärztlichen Intervention und dem Behandlungsergebnis ein positiver Zusammenhang besteht. Für eine Reihe ärztlicher Interventionen ist tatsächlich ein Zusammenhang zwischen dem Leistungsvolumen und der Ergebnisqualität belegt.

Hierbei handelt es sich in erster Linie um zahlenmäßig im einzelnen Zentrum seltene chirurgische Eingriffe wie Pankreas- oder Ösophagusresektionen bei Karzinomen. Für die Koronardilatation sind in einigen älteren amerikanischen Studien ebenfalls Beziehungen zwischen dem Volumen und dem Ergebnis der Intervention nachgewiesen worden, die jedoch im Vergleich zu chirurgischen Maßnahmen quantitativ nur minimal sind.

Die in Deutschland geführten Register und Datenbanken zur Qualitätskontrolle der Koronarinterventionen ergeben keinen signifikanten Zusammenhang zwischen dem Leistungsvolumen und der Ergebnisqualität. Für eine verbindliche Mindestmengenvorschrift in Deutschland gibt es deshalb auf der Basis dieser Registerdaten keine wissenschaftliche Grundlage.

Derzeit werden von der Gesundheitspolitik verschiedene konkrete Mindestmengen für die perkutane Koronarintervention (PCI) diskutiert bzw. sind bereits vereinbart: Für die Vertragsärzte wurde zusätzlich zur jährlichen Mindestmenge als Eingangsvoraussetzung die selbstständige Durchführung von mindestens 1000 Linksherzkathetern und 300 PCI innerhalb der letzten 4 bzw. 3 Jahre vor Beantragung der Zulassung bindend vereinbart. Die unterschiedliche Höhe der diskutierten Mindestmengen belegt die Unsicherheit der Empfehlungen, die durchweg in der Höhe nicht auf durch Studien belegter Evidenz sondern letztlich nur auf einem Konsens beruhen.