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Leitlinie-DGK

Stellungnahme zu den Leitlinien zur Herzschrittmachertherapie

Literaturnachweis: Zeitschrift für Kardiologie, Band 92, Heft 2
Z Kardiol 92:200-206 (2003)

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Autoren

B. Lemke · K. Rybak · U. Wiegand

Zusammenfassung

Mit den 1996 erschienenen Leitlinien zur Herzschrittmachertherapie konnte ein weitgehender Konsensus in Fragen der Indikation, Systemwahl und Nachsorge erzielt werden. Die Leitlinien stützten sich dabei überwiegend auf Expertenmeinung, Akut- Untersuchungen, retrospektive Analysen und kleinere prospektive Studien.

Größere prospektiv-randomisierte Studien lagen zum damaligen Zeitpunkt nicht vor. Die Vorschläge zur Schrittmachertherapie wurden daher „bewusst auf die jeweils physiologisch beste Stimulationsform mit dem Ziel einer optimalen Hämodynamik ausgerichtet“. In einer Vielzahl von hämodynamischen Untersuchungen konnte diese Überlegenheit auch nachgewiesen werden.

Retrospektive Analysen begründeten darüber hinaus die Ansicht einer Prognoseverbesserung durch vorhofbeteiligte Stimulation. Eine Zusammenfassung von 10 nicht-randomisierten Studien mit insgesamt 2854 Patienten ergab unter VVI-Stimulation eine deutlich höhere Vorhofflimmer-Rate (6,8% pro Jahr) als unter AAI- und DDD-Stimulation (2,6% pro Jahr) und ein gesteigertes Mortalitäts-Risiko (9,3 versus 5,9% pro Jahr).

Nach diesen retrospektiven Studien führte die physiologische Stimulation zu einer 62%igen Risikoreduktion für das Auftreten von Vorhofflimmern und zu einer 36%igen Mortalitätssenkung. Die Forderung nach evidenzbasierten Therapie- Leitlinien betrifft auch die Leitlinien zur Herzschrittmachertherapie. Eine Reihe prospektiv-randomisierter Untersuchungen wurde in den letzten Jahren initiiert. Die Stellungnahme stellt eine erste Bewertung der langjährigen Praxisder Schrittmachertherapie anhand evidenzbasierter Daten dar.