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Positionspapier zur kardialen Resynchronisationstherapie

Literaturnachweis: Zeitschrift für Kardiologie, Band 92, Heft 1
Z Kardiol 92:96-103 (2003)

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Autoren

C. Stellbrink · A. Auricchio · B. Lemke · W. von Scheidt · J. Vogt

Zusammenfassung

Trotz unbestreitbarer Fortschritte in der medikamentösen Therapie der Herzinsuffizienz lässt diese die negativen Auswirkungen intrakardialer Reizleitungsstörungen auf die Hämodynamik außer Acht. Der asynchrone Kontraktionsablauf bei intraventrikulären Leitungsstörungen vom Linksschenkelblock- (LSB-)Typ kann zu reduzierter Kontraktionskraft, einer Reduktion der Ejektionsfraktion, zur Verkürzung der diastolischen Füllungszeit und zum Auftreten einer funktionellen Mitralinsuffizienz führen.

Kardiale Reizleitungsstörungen sind bei fortgeschrittener Herzinsuffizienz häufig: bei nicht-ischämischer Kardiomyopathie ist eine QRSVerbreiterung vom LSB-Typ bei ca. 30% aller Patienten nachweisbar. Die Daten der jüngst publizierten MADIT-II-Studie fanden bei Patienten mit ischämischer Kardiomyopathie und Ejektionsfraktion 120 ms in 50% aller untersuchten Patienten. Eine QRS-Verbreiterung ist bei Herzinsuffizienz zudem ein Indikator für eine schlechte Prognose.

Daher ist in den letzten Jahren versucht worden, mittels unterschiedlicher Schrittmacher-Stimulationsformen eine Korrektur der kardialen Reizleitungsstörungen herbeizuführen, um die resultierenden, negativen hämodynamischen Konsequenzen zu reduzieren. Konventionelle 2-Kammer-Systeme mit rechtsatrialer und rechtsventrikulärer Elektrode sind nach vorhandenen Daten hierzu nicht geeignet.

Erst in den letzten Jahren wurde – bedingt durch Verbesserungen der transvenösen Implantationstechnik für die Stimulation der linken Herzkammer – der Korrektur der ventrikulären Leitungsstörung durch links- oder biventrikuläre Stimulation mehr Aufmerksamkeit gewidmet. Für diese neue Schrittmacheranwendung, deren primäres Ziel nicht eine Verhinderung brady- oder tachykarder Arrhythmien ist, sondern eine Rekoordinierung des gestörten ventrikulären Kontraktionsablaufs, hat sich die Bezeichnung „kardiale Resynchronisationstherapie“ durchgesetzt.

Im Jahr 2001 sind in Deutschland ca. 1300 biventrikuläre Schrittmacher und 600 ICDs mit biventrikulärer Stimulation implantiert worden.