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Leitlinie-DGK

Kommentar zu den ACC/AHA/ESC-Leitlinien 2001 zur Prävention arterieller Thromboembolien bei Patienten mit Vorhofflimmern

Literaturnachweis: Zeitschrift für Kardiologie, Band 92, Heft 7
Z Kardiol 92:694-703 (2003)

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Autoren

A. Schuchert · D. Gulba · D. H. Horstkotte · T. Meinertz · U. Tebbe

Zusammenfassung

Vorhofflimmern ist ein wesentlicher und unabhängiger Risikofaktor arterieller Thromboembolien. Klinisch manifeste Ereignisse betreffen bei ca. 90% der Patienten das Gehirn, wobei zu berücksichtigen ist, dass 70–80% der Embolien klinisch nicht erfasst werden. Das mittlere Risiko eines ischämischen Schlaganfalls betrug in kontrollierten Studien zur Primärprävention ca. 5% pro Jahr.

Das individuelle Risiko schwankt dabei erheblich zwischen weniger als 2% und mehr als 15% pro Patientenjahr, wobei Lebensalter und Begleiterkrankungen wesentliche Determinanten für das Auftreten arterieller Thromboembolien sind. Das Ziel der Primär- und Sekundärprävention bei Patienten mit Vorhofflimmern ist, das Auftreten solcher Ereignisse und die dadurch bedingte Morbidität und Mortalität zu verringern.

Die amerikanischen und europäischen Fachgesellschaften für Kardiologie haben im Jahre 2001 gemeinsam Leitlinien zur Behandlung von Patienten mit Vorhofflimmern erstellt. Aus Gründen der Kompatibilität und des wissenschaftlichen Austausches werden die Zusammenfassungen der Leitlinien im Hinblick auf die antithrombotische Therapie übersetzt übernommen. Die Empfehlungen werden darüber hinaus kommentiert, es werden Unterschiede zu deutschen Verhältnissen aufgezeigt und – im Falle abweichender Meinungen – entsprechende Ergänzungen oder Änderungen vorgenommen.

Ziel dieses Kommentars ist es, Indikation und Durchführung einer Therapie mit oralen Vitamin-K-Antagonisten, Heparinen und Thrombozytenaggregationshemmstoffen bei Patienten mit Vorhofflimmern für den deutschen Sprachraum darzustellen.