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Empfehlungen zur Prophylaxe der durch Röntgen-Kontrastmittel (RKM) induzierten Nephropathie

Literaturnachweis: Zeitschrift für Kardiologie, Band 91.
Z.Kardiol. 91:719-726 (2002)

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Autoren

M. Möckel · F. Bahr · Ch. Leuner · H. Kuhn · R. Dietz

Zusammenfassung

Die Gabe von Röntgenkontrastmittel (RKM) kann zu einer akuten Funktionsverschlechterung der Niere führen, die allgemein als RKM induzierte Nephropathie und anhand bestimmter Grenzwerte auch als akutes Nierenversagen (ANV) bezeichnet wird. Dabei bezeichnet das ANV in diesem Zusammenhang in der Regel bereits einen mäßigen Anstieg des Serumkreatinins (siehe unten), ohne dass unbedingt eine klinische Symptomatik auftreten oder eine Hämodialysetherapie erfolgen muss. Wie auch beim akuten Nierenversagen anderer Genese finden sich in der Literatur unterschiedliche Angaben zum Ausmaß der Funktionsverschlechterung, das die Erkrankung definiert. Am häufigsten wird ein Anstieg der Serumkreatininwerte um ≥0,5 mg/dL (44 mol/L) bei Ausgangswerten unter 2,0 mg/dL (176 mol/L) und ein Anstieg von ≥1,0 mg/ dL (88 mol/L) bei Werten ≥2,0 mg/dL (176 mol/L) als Ausdruck eines RKM induzierten ANV angesehen. Die Kreatininanstiege treten in der Regel innerhalb von 3 Tagen nach RKM-Exposition auf. Spätere Kreatininanstiege sind in der Regel auf die differentialdiagnostisch zu beachtende embolische Nephropathie oder eine Verschlechterung der (kardialen) Grundkrankheit zurückzuführen.