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Positionspapier zur intrakoronaren Brachytherapie

Literaturnachweis: Zeitschrift für Kardiologie, Band 90, Heft 11.
Z Kardiol 90:875-880 (2001)

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Autoren

R. Dietz · S. Silber · D. Baumgart · C. Hehrlein · U. Tebbe

Zusammenfassung

Die intrakoronare Brachytherapie ist das zur Zeit einzige Verfahren in der interventionellen Kardiologie neben der Stentimplantation, mit dem Rezidivstenoseraten verringert werden können. Der Goldstandard für die Verminderung von Rezidivstenoseraten bei de-novo-Stenosen ist der Stent. Wird ein Stent in eine de-novo-Stenose implantiert, macht eine zusätzliche Bestrahlung zum heutigen Zeitpunkt wenig Sinn.

Für die Behandlung der in-Stent-Rezidivstenose ist dagegen die Anwendung der intravaskulären Brachytherapie ein Fortschritt: Wiederholte Rezidive in diesem Gefäßbereich können mit diesem Verfahren deutlich reduziert werden. Wichtig ist, dass die Nachbeobachtungszeiten im Moment noch zu kurz sind und dass die Kombinationstherapie mit ASS und Clopidogrel für einen Zeitraum von mindestens 6 Monaten fortgesetzt werden muss.

Die Implantation eines neuen Stents im Rahmen der intravaskulären Brachytherapie sollte allerdings möglichst vermieden werden. Sollte doch ein Stent implantiert worden sein, ist die Kombination von ASS und Clopidogrel über einen Zeitraum von mindestens 12 Monaten zu verabreichen. Das Zeitintervall zwischen erneuter PTCA bei einer in-Stent-Rezidivstenose und Brachytherapie sollte kurz sein, d. h. <5 Tage betragen. Alle Patienten, die eine intrakoronare Brachytherapie erhalten haben, sollten in ein Register aufgenommen werden.