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Empfehlungen für die Qualifikation in kardiovaskulärer Magnetresonanztomographie

Literaturnachweis: Zeitschrift für Kardiologie, Band 90, Heft 6.
Z Kardiol 90:442-444 (2001)

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Autoren

U. Sechtem · E. Fleck · F.M. Baer · T. Voigtländer

Zusammenfassung

Magnetresonanztomographische Untersuchungen bei Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen können bei einer Vielzahl klinischer Probleme zusätzliche, wichtige diagnostische Informationen geben. Neue Magnetresonanztomographie-Geräte mit wesentlich verbessertem technischem Standard, die für kardiovaskuläre Untersuchungen gut geeignet sind, werden von Kliniken und Praxen in zunehmender Zahl in Betrieb genommen. Zur Zeit gibt es jedoch keine definierten Anforderungen an die Qualifikation von Ärzten, die kardiovaskuläre Magnetresonanz (MR)-Untersuchungen durchführen möchten.

Die komplexe Struktur und Funktionalität des kardiovaskulären Systems und die Tatsache, das Kenntnisse und praktische Erfahrungen mit kardiovaskulären MR-Untersuchungen bei vielen Kollegen mit unterschiedlicher fachlicher Ausrichtung bereits vorhanden sind, macht eine baldige Definition von Weiterbildungsrichtlinien notwendig. Die bestehende Weiterbildungsordnung für den Schwerpunkt Kardiologie beinhaltet besondere Kenntnisse der Struktur und Funktion des gesunden und erkrankten Herzens und entsprechende Erfahrungen mit den hierfür erforderlichen Methoden.

Daher sind Internisten mit dem Schwerpunkt Kardiologie bereits ausgewiesen, die Differentialindikationen für Untersuchungen mit bildgebenden Verfahren zu stellen, sie durchzuführen und die Ergebnisse im klinischen Zusammenhang zu interpretieren. Die Mehrzahl der Untersuchungen der Struktur und Funktion des Herzens wird daher von Kardiologen durchgeführt. Die kardiovaskuläre Magnetresonanztomographie erfordert neben der Kenntnis der Physik und der Technik der Magnetresonanztomographie zusätzlich Kenntnisse der Funktion des Herzens, die über die Analyse der Morphologie hinausgehen.

Ärzte, die kardiovaskuläre MR-Untersuchungen durchführen, müssen entsprechend Kenntnisse und Erfahrungen in all diesen Bereichen aufweisen, um zu einer selbstständigen Durchführung der Untersuchungen und Interpretation der Befunde befähigt zu sein. Zukünftige Richtlinien sollen sicherstellen, dass kardiovaskuläre MR-Untersuchungen von Ärzten mit verschiedenen medizinischen Vorbildungen in hoher Qualität durchgeführt werden. Die Empfehlungen des „Clinical Practice Committee“ der Society for Cardiovascular Magnetic Resonance erscheinen auch für Deutschland geeignet, einen qualifizierten Zugang zu dieser zunehmend wichtigen neuen Technik zu gewährleisten.

Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie –H erz- und Kreislaufforschung hat daher diese Empfehlungen zur Grundlage des folgenden Entwurfs einer Weiterbildungsrichtlinie für die Indikationsstellung und Durchführung kardiovaskulärer MR-Untersuchungen in Deutschland gemacht. Die American Medical Association hat einen wesentlichen Grundsatz formuliert, der auf die Durchführung kardiovaskulärer Magnetresonanz-Untersuchungen gut anwendbar ist.

Danach ist es richtig, dass die Ausbildung, Kompetenz, die Erfahrung und das Beurteilungsvermögen die wesentlichen Kriterien sein müssen, einem Arzt die Ausübung bestimmter diagnostischer und therapeutischer Prozeduren zu gestatten. Ärzte mit unterschiedlichen Spezialisierungen können und sollten die Erlaubnis erhalten, die gleichen Untersuchungen durchzuführen, wenn sie diesen Kriterien genügen.