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Richtlinien zur Herzschrittmachertherapie – Indikationen, Systemwahl, Nachsorge

Literaturnachweis: Zeitschrift für Kardiologie, Band 85.
Z Kardiol 85:611-627 (1996)

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Autoren

Bernd Lemke · Wilhelm Fischer · Hans Karl Schulten

Zusammenfassung

Die Schrittmachertherapie hat sich seit der Erstimplantation durch Senning 1958 von einer rein lebenserhaltenden Maßnahme zu einer immer differenzierteren Therapieform entwickelt. Heute sind Lebensqualität, Leistungsfähigkeit und Langzeitprognose wichtige Zielgrößen in der Behandlung bradykarder Herzrhythmusstörungen. Um diese Anforderungen zu erreichen, sollte das Schrittmachersystem einen weitgehend physiologischen Zustand erhalten bzw. wieder herstellen.

Ziel dieser Richtlinien ist es, die Grundlagen für die korrekte Indikationsstellung, die Wahl der adäquaten Schrittmacherbetriebsart sowie für die Verbesserung der Nachsorge darzulegen. Im Gegensatz zur Pharmakotherapie von Herzerkrankungen liegen zur Prognose unter Schrittmacherbehandlung kaum randomisierte Studien vor. Die Vorschläge sind daher bewußt auf die jeweils physiologisch beste Stimulationsform mit dem Ziel einer optimalen Hämodynamik ausgerichtet. Einschränkungen und Abstriche von diesem Konzept können sich aus patientenbezogenen Faktoren ergeben, z.B. terminale Erkrankungen. Hingegen dürfen Einschränkungen ausschließlich aus Kostengründen oder aus Mangel an praktischer Erfahrung (z.B. mit Vorhofsonden) nicht die Qualität in der Schrittmacherbehandlung bestimmen.

Zur Charakterisierung der Schrittmachermodi wird der 5-stellige NBG-Code (NBG-Code = NASPE/BPEG Generic Pacemaker Code) verwendet. Dabei sind für die antibradykarde Schrittmachertherapie vor allem die ersten 3 Buchstaben relevant, die die Stimulation, die Wahrnehmung und die Betriebsart charakterisieren. Ergänzt wird der 3-stellige Code durch die Bezeichnung einer frequenzvariablen Betriebsart (R = Rate Modulation) als 4. Buchstabe. Der 5. Buchstabe behandelt antitachykarde Eigenschaften, die nicht Gegenstand dieser Richtlinien sind.